Welche Werte sind uns teuer

Welche Werte sind uns teuer – Clash of civilisations

Wertewandel • Kolumne von Anselm Bilgri

Das Buch des 2004 verstorbenen US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Huntington mit dem deutschen Titel „Kampf der Kulturen“ (clash of civilisations) machte in seinem Erscheinungsjahr 1996 Furore und wurde heftigst kritisiert.

Seine These lautete: nach dem Zusammenbruch des Ostblocks endet die bipolare Weltpolitik – hier der kapitalistische Westen, dort der kommunistische Osten, mit den jeweiligen Satellitenstaaten. Das 21. Jahrhundert wird nicht mehr von ideologischen Kämpfen, sondern von Konflikten der verschiedenen Kulturräume geprägt sein. Grob vereinfacht sind dies der asiatische, der muslimische und der westliche Kulturraum, die in Konkurrenz zueinander treten werden.

 

Werte sind attraktiv, Normen restriktiv

Kulturräume werden auch durch die Werte, die sie entwickelt haben, geprägt. Beispielhaft für die Werte des westlichen Kulturkreises, dem wir angehören, mag der Artikel 2 des EU-Vertrags von Lissabon stehen:

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Werte wirken oft unscharf, daher werden sie in die Form von Gesetzen und Normen gegossen. Aber: Werte sind attraktiv und Normen restriktiv. Unsere Werte müssen immer wieder gelebt und verteidigt werden gegen vielfältige Unterwanderungen, die sich oft stillschweigend einschleichen. Wir bemerken die Wichtigkeit von Werten oft erst, wenn wir den Wandel oder gar ihren Verlust konstatieren müssen. Werte zu leben kann mühsam sein: nehmen wir nur die Stichworte Pluralismus und Toleranz.

Andere verstehen wollen, heißt noch lange nicht, damit einverstanden zu sein. Oder wie es Voltaire einmal einem Diskussionspartner gegenüber ausgedrückt haben soll: „Ich werde ihre Meinung mit allen meinen Kräften bekämpfen, aber ich werde ebenso darum kämpfen, dass Sie sie immer äußern können.“

 

Brücke für globale Wertvorstellungen

Auch wenn es schwierig war, die modernen westlichen Werte gegen die verfassten Kirchen durchzusetzen, basieren sie doch auf den Grundwerten, die uns das Christentum gebracht hat, der Nächsten- und Feindesliebe und dem Gebot der Reziprozität, das durch die sogenannte Goldene Regel am konzisesten ausgedrückt wird: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“

Von diesem Sätzchen, das übrigens auch in allen anderen Kulturen tradiert wird und das damit zur Brücke für die globalen Wertvorstellungen werden kann, hat schon Jesus gesagt, dass darin das ganze Gesetz und die Propheten, also die gesamte Tradition zusammengefasst sind.

 

Weitere Beiträge der Kolumne von Anselm Bilgri finden Sie hier Kolumne.

 

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Anselm Bilgris Themen ergeben sich aus seiner außergewöhnlichen Biografie als Benediktiner-Mönch, Theologe und Seelsorger. Als Manager, Führungskraft und Marketing-Experte.

Vor dem Hintergrund seiner eigenen Biografie als Benediktiner-Mönch, Leiter der Wirtschaftsbetriebe von Kloster Andechs und heute Buchautor, Führungskräfte Coach und Berater setzt sich Anselm Bilgri in seinen VorträgenBeratungsprojekten und Coachings intensiv mit den Themen Unternehmenskultur, Herzensbildung sowie der Wertorientierung und Werte im Wandel auseinander.

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